top of page

Föhnlicht perfekt inszeniert: Der digitale Workflow hinter meinen Landschaftsaufnahmen

Aktualisiert: vor 1 Tag

🏔️ Die Location hinter der Technik:

Die Aufnahmen und Wetterbedingungen zu diesem Workflow stammen von meiner hochalpinen Tour in den Schladminger Tauern.



In den Bergen gilt: Die Natur gibt das Tempo vor. Bei starkem Föhn ziehen die Wolken extrem schnell über die Gipfel. Für mich als Berufsfotograf bedeutet das beim Erstellen von hochauflösenden Panoramen vor allem eins: Schnelligkeit und absolute Präzision bei der Aufnahme.

Moderne Stitching-Software kann leichte Wolkenverschiebungen zwar ausgleichen, doch je schneller und gleichmäßiger die Einzelbildserie im Kasten ist, desto sauberer ist das Endergebnis.


Präzision statt Zufall: Mein Setup im Feld

  • Das Stativ & der Nodalpunktadapter: Unverzichtbar, um Parallaxenfehler bei der Drehung der Kamera (hier mit einer weitwinkligen 17mm-Optik) komplett auszuschlieĂźen. Nur so passen die BildĂĽbergänge später pixelgenau zusammen.

  • Manueller Modus als Pflicht: Autofokus, Blende, Belichtungszeit und der WeiĂźabgleich (fest eingestellt auf $5.500$ bis $6.000\text{ Kelvin}$) werden manuell fixiert, damit sich die Belichtung und Farbtemperatur von Bild zu Bild nicht verändert.

  • Fokus auf das Einzelbild: Bei starker Bewegung im Motiv (wie windgepeitschtem Wasser oder ziehenden Wolken) achte ich darauf, diese Bewegungselemente möglichst in der Mitte der jeweiligen Einzelbilder zu platzieren. Das erleichtert dem Stitching-Algorithmus die Arbeit und verhindert unschöne Geisterbilder (Artefakte).

  • Bewusster Verzicht auf HDR: Um Zeit zu sparen und Artefakte durch die extreme Wolkenbewegung zu vermeiden, verzichte ich bei solchen Bedingungen bewusst auf Belichtungsreihen. Stattdessen reize ich die Dynamik des Kamerasensors voll aus.


10-sekündiges Zeitraffer-Video eines alpinen Karsees bei starkem Föhnwind mit schnellem Licht- und Schattenspiel auf den Bergen.

Der digitale Workflow hinter meinen Landschaftsaufnahmen und am Studiorechner


Das Zusammenfügen (Stitching) von Panoramen ist Präzisionsarbeit. Selbst Profi-Tools wie PTGui stoßen an ihre Grenzen, wenn die Ausgangsbilder nicht perfekt überlappen oder die Belichtung schwankt.

Bei extremen Kontrasten – wenn die Sonne plötzlich durchbricht und die Wolkenränder gefährlich hell werden – arbeite ich streng nach der ETTR-Methode (Expose To The Right). Dabei belichte ich so reichlich wie möglich, ohne dass die Lichter unwiederbringlich ausfressen. Das Ziel in meinem professionellen Workflow ist es immer, die feine Struktur und Plastizität der Wolken zu erhalten. Ein "blinder", rein weißer Fleck im Himmel ohne Zeichnung ist in der professionellen Fotografie ein technischer Fehler.

In der Postproduktion mit Lightroom Classic kann ich dank der sauberen RAW-Daten und einer niedrigen Empfindlichkeit (bevorzugt ISO 100, im Ausnahmefall ISO 200) selbst extreme Korrekturen vornehmen – ganz ohne den Einsatz von zerstörerischen KI-Rauschfiltern.


Der digitale Workflow hinter meinen Landschaftsaufnahmen

Screenshot des Adobe Lightroom Classic Bedienfelds mit Histogramm und 100-Prozent-Bildaufteilung des Stierkarsees zur Demonstration der Belichtungsdaten.
Datenschonendes Arbeiten im RAW-Format: Erst bei der 100%-Ansicht am Bildschirm wird die echte Bildqualität sichtbar. Hier wird deutlich, dass durch vorausschauende Belichtung in RAW extreme Einstellungen in Lightroom Classic möglich sind (Lichter -90, Tiefen +80), um eine perfekte Durchzeichnung in den Lichtern zu garantieren, während kaum Bildrauschen in den Tiefen entsteht – ganz ohne KI-Hilfe.

Wie sieht euer Workflow aus?

Setzt ihr bei schwierigen Lichtverhältnissen eher auf klassische HDR-Reihen oder reizt ihr das Dynamikpotenzial eures Kamerasensors im RAW-Format auch bis zum Äußersten aus? Lasst uns in den Kommentaren fachsimpeln!








Kommentare


bottom of page