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Barfuß im Bergbach, die Libelle am Stock

Weitwinkel-Panorama der grünen Krumpenalm in den Eisenerzer Alpen mit schroffen Berggipfeln unter blauem Wolkenhimmel und einem kleinen See im Vordergrund.
Wildromantisch und majestätisch: Die Krumpenalm im Herzen der Eisenerzer Alpen vor den mächtigen Felswänden des Reichensteins.

⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf

  • Das Erlebnis: Ein spielerisches Fotoabenteuer für die ganze Familie entlang rauschender Bäche, einem spektakulären Wasserfall und einem geheimnisvollen Alpensee.

  • Anforderung: Leichte bis mittelschwere Familienwanderung. Kondition für ca. 500 Höhenmeter im Aufstieg erforderlich; Trittsicherheit auf kurzen, gerölligen Abschnitten von Vorteil.

  • Fotografisches Highlight: Der üppig bemooste Krumpenbach-Wasserfall (Spiele mit der Gischt und Langzeitbelichtungen) und Makroaufnahmen der bunten Alpenflora und Libellen am Krumpsee.

  • Wichtigster Ausrüstungstipp: Ein leichtes, stabiles Reisestativ für Wasserfall-Panoramen sowie ein Microfaser-Tuch (zur schnellen Objektivreinigung bei Gischt!) und ein kleines Handtuch zum Füßetrocknen.


Fotografische Entdeckungen für Groß und Klein zwischen Hirnalm, Krumpenalm und Krumpsee



1. Das Abenteuer: Kreativ im Team und barfuß am Wasserfall

Neuer Tag, neues Glück! Für mich reicht schon die Vorfreude auf eine Fototour, um früh morgens voller Elan aufzustehen. Bei Teenagern sieht das oft ein wenig anders aus. Die Motivation eines Kindes in der Pubertät speist sich vor allem aus Mit- und Selbstbestimmung. Deshalb plane ich das Tagesziel am liebsten gemeinsam mit meiner 12-jährigen Tochter Josephin. Trofaiach liegt nur eine gemütliche Autostunde von unserer Heimatstadt Graz entfernt. Unsere Wahl fällt heute auf die Krumpenalm (oft auch einfach Krumpalm genannt). Schon das Wort „Alm“ lässt in unseren Gedanken bunte Bilder entstehen: grasende Rinder, weite Bergweiden, ein Meer aus Almblumen und Wildtiere in greifbarer Nähe. Und natürlich die süßen Verlockungen am Wegesrand – wilde Walderdbeeren und Himbeeren scheinen zum Greifen nah.

Die Region um die Eisenerzer Alpen ist weithin bekannt für ihre reichhaltige Flora. Wo viele Blumen blühen, da flattern bekanntlich auch unzählige Insekten und Schmetterlinge. Auf unserer Wanderung lernen wir schnell eine wichtige Lektion der Naturfotografie: Geduld zahlt sich aus. Manchmal verharren wir minutenlang mucksmäuschenstill, um ein Insekt auf einer Blüte perfekt einzufangen – und manchmal flattert der bunte Falter im allerletzten Moment einfach vor unserer Nase weg. Doch das gemeinsame Sammeln von Fotomotiven und das Entschlüsseln der biologischen Zusammenhänge lassen uns diese kleinen Enttäuschungen schnell vergessen. Auf halbem Weg erwartet uns ein echtes Naturschauspiel: der tosende Krumpenbach-Wasserfall.


Barfuß im Bergbach, die Libelle am Stock

Ein idyllischer Wasserfall im dichten, grünen Wald, der über bemooste Felsen stürzt und weiße Gischt bildet.
Unser „Motiv des Tages“: Der rauschende Krumpenbach-Wasserfall lädt zu kreativen Perspektiven ein.

An ein schnelles Weitergehen ist hier nicht zu denken! Nachdem der erste Durst gelöscht ist, widmen wir uns ganz diesem vom tiefgrünen Moos bewachsenen Highlight. Wir funktionieren augenblicklich als echtes Aufnahmeteam: Wir wechseln uns ab, geben uns gegenseitig Tipps und erklären den Wasserfall kurzerhand zum offiziellen „Motiv des Tages“. Mit unserer robusten Action-Cam wagen wir uns ganz nah heran – ungewöhnliche Perspektiven direkt in der wirbelnden Gischt werden möglich. Einer nach dem anderen übernimmt die Regie, kontrolliert den Bildausschnitt am Display und drückt konzentriert ab, während der andere nach neuen, spannenden Blickwinkeln sucht. Ich war schlichtweg begeistert, mit welcher Ausdauer, Konzentration und visuellen Vorstellungskraft ein 12-jähriges Mädchen bei der Sache sein kann.

Besonders das Einfrieren von fallenden Wassertropfen mit dem Smartphone erwies sich als fantastische spielerische Herausforderung. Josephin war erst dann wirklich zufrieden, wenn sie den Tropfen messerscharf im freien Fall erwischt hatte – unglaublich ehrgeizig!


Makroaufnahme eines glitzernden, hängenden Wassertropfens an saftig grünem Moos im Detail.
Millisekunden-Arbeit: Ein perfekt eingefrorener Wassertropfen im feuchten Moosbett des Wasserfalls.

Natürlich wurden wir bei dieser Foto-Session im Sprühnebel klatschnass, aber das war es wert. Bei den warmen Sommergipfel-Temperaturen bot die Gischt ohnehin eine willkommene Abkühlung. Um unsere Wanderschuhe trocken zu halten, haben wir kurzerhand die Socken ausgezogen und barfuß im kühlen Nass fotografiert. Ein unvergessliches haptisches Naturerlebnis!


Mit dem Wasserfall hatten wir bereits einen großartigen Höhepunkt im Kasten. Doch das Abenteuer ging weiter hinauf zum Krumpensee.


Ein brauner Grasfrosch sitzt gut getarnt in einer Spalte zwischen grauen Almfelsen.
Wer entdeckt wen? Ein neugieriger Grasfrosch beobachtet uns gut getarnt aus seinem felsigen Versteck.

Dort angekommen, gab es im Uferbereich jede Menge zu entdecken: flinke Frösche, Lurche und sogar Wasserschlangen. Plötzlich erregte ein winziges Drama unsere Aufmerksamkeit:


Extreme Makroaufnahme einer leuchtend blauen Libelle mit großen Facettenaugen, die direkt in die Kamera blickt.
Faszination Makrofotografie: Eine leuchtend blaue Becherjungfer ruht sich auf einem sonnenwarmen Stein aus.

Eine Libelle kämpfte auf der Wasseroberfläche sichtlich um ihr Überleben. Der Krumpensee ist in den Uferzonen sehr schlammig und stellt ein absolut sensibles, schützenswertes Ökosystem dar. Ein Durchwaten des seichten Gewässers ist daher aus Naturschutzgründen ein absolutes No-Go. Josephin reagierte sofort goldrichtig: Sie suchte einen langen, trockenen Ast am Uferrand, hielt ihn behutsam ins Wasser und rettete die erschöpfte Libelle.


Eine gerettete blaue Libelle klammert sich an einen dünnen, vertikalen Ast über einer schlammigen Wasseroberfläche.
Mission Rettung geglückt: Die erschöpfte Libelle trocknet ihre feinen Flügel auf einem schützenden Ast.

Geduldig warteten wir gemeinsam, bis die filigranen Flügel des Insekts in der warmen Almensonne getrocknet waren. Als ich Josephin leise erklärte, dass wir das Insekt trotz unserer Hilfe vielleicht nicht retten können, antwortete sie voller Entschlossenheit: „Papa, das ist mein zukünftiger Job – ich werde Tiere retten!“


Ich habe diese wunderbare Aussage einfach so stehen lassen und hoffe von Herzen, dass sich diese Prophezeiung einmal erfüllt.


Eine filigrane blaue Libelle sitzt vertrauensvoll auf der ausgestreckten Fingerspitze eines Kindes auf einem Felsuntergrund.
Ein magischer Moment: Nach dem Trocknen verweilt unser kleiner Schützling noch einen Augenblick auf Josephins Hand.

Wenn es darum geht, eine Blume, ein Insekt oder Wildtiere wie die scheuen Murmeltiere zu beobachten, wird meine sonst so quirlige Tochter plötzlich mucksmäuschenstill. Sie beobachtet genau, sucht die windabgewandte Seite des Motivs und achtet penibel auf den eigenen Schattenwurf. Sie hat verinnerlicht: Nur wer sich der Natur anpasst, wird mit einem einzigartigen Foto belohnt. Zurück am Parkplatz zog sie stolz ihr Fazit: „Es war zwar echt anstrengend, Papa, aber zu Hause auf dem Sofa wäre es heute super langweilig gewesen!“ Und das Beste: Das Abenteuer endet nicht am Auto. Daheim bestimmen wir gemeinsam die fotografierten Pflanzen, Pilze und Insekten. So festigen wir spielerisch unser alpines Wissen und lernen ganz nebenbei, essbare Wildkräuter von Giftpflanzen zu unterscheiden.



2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke

  • Die beste Jahreszeit: Die ideale Zeit für diese Tour erstreckt sich von Juni bis September. Im Frühsommer (Juni/Juli) leuchtet die Almflora in den schillerndsten Farben, die Bäche führen reichlich Wasser und die Insektenwelt ist hochaktiv. Im Spätsommer (August/September) bieten die stabileren Wetterlagen hervorragende Fernsicht für alpine Landschaftspanoramen und die Beeren am Wegrand reifen.

  • Klima, Wind und Wetter: Da sich der Krumpensee in einem eiszeitlich geformten Kar unterhalb des Reichensteins befindet, herrscht hier ein geschütztes alpines Mikroklima. Der Kessel ist oft windstill – ideal für knackscharfe Makroaufnahmen von fragilen Blüten und Insekten ohne störende Bewegungsunschärfe.

  • Geologie und Vegetation: Geologisch befinden wir uns in der Grauwackenzone. Die Böden sind im Vergleich zum schroffen Kalkstein kalkärmer und feuchter, was eine üppige, fast dschungelartige Vegetation entlang der Bachläufe begünstigt. Farne, moosbedeckte Urgesteinsblöcke, der giftige Weiße Germer und tiefblaue Eisenhut-Arten prägen das Landschaftsbild.


Nahaufnahme einer intensiv violett-blauen Blüte des Gewöhnlichen Natternkopfs auf steinigem Almboden.
Farbtupfer am Wegesrand: Der Gewöhnliche Natternkopf zieht Insekten und Fotografen gleichermaßen an.

3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief

Region & Lage:

Steiermark, Trofaiach / Eisenerzer Alpen (Ausgangspunkt: Parkplatz Hirnalm)

Reine Gehzeit: 

ca. 2,5 bis 3 Stunden (Hin- und Rückweg; mit Kindern und Fotostopps entsprechend mehr Zeit einplanen!)

Region & Lage:

Steiermark, Trofaiach / Eisenerzer Alpen (Ausgangspunkt: Parkplatz Hirnalm)

Reine Gehzeit:

ca. 2,5 bis 3 Stunden (Hin- und Rückweg; mit Kindern und Fotostopps entsprechend mehr Zeit einplanen!)

Streckenlänge: 

ca. 7,5 km (Gesamtstrecke)

Höhenmeter:

ca. 490 Höhenmeter im Auf- und Abstieg

Höchster Punkt:

Krumpensee (1.420 m ü. A.)


🗺️ Sicherheit & Orientierung

  • Wetter: Im Hochgebirge kann das Wetter rasch umschlagen. Ein Blick auf das aktuelle Bergwetter vor dem Abmarsch ist Pflicht. Bei Nebel im Kar kann die Orientierung am See erschwert sein.

  • Wegführung: Ein durchgehend gut markierter, rot-weiß-roter und absolut familienfreundlicher Wanderweg (Wegnummer 605/682). Die Orientierung ist dank der klaren Beschilderung ab der Hirnalm sehr einfach.


⚠️ Anspruch & Ausrüstung

  • Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer. Der Weg ist größtenteils ein angenehmer Wald- und Almsteig. Einige steilere, schottrige Kehren im Mittelteil erfordern etwas Aufmerksamkeit, sind jedoch völlig seil- und absturzfrei.

  • Gelände: Alpines Almgelände, lichter Lärchenwald, feuchtes Bachbett und blockreiches Gelände rund um den See.

  • Bekleidung: Gerade für Kinder sind knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle unverzichtbar. Funktionelle Schichtenbekleidung schützt vor schnellem Auskühlen im schattigen Wasserfallbereich. Für Erwachsene sind Wanderstöcke beim Abstieg knieschonend. Wichtig: Sonnenschutz (Kappe & Sonnencreme), da die Almflächen im Kar vollsonnig liegen.

  • Verpflegung: Genügend Proviant und mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person einpacken. Die urige Krumpenkarhütte (Krumpenalm) ist während der Almweidezeit im Sommer bewirtschaftet und bietet köstliche regionale Jausen an (Öffnungszeiten vorab prüfen!).

💡 Mein Extratipp für ambitionierte Bergfexe: Wäre ich die Tour ohne Kind gegangen, lockt ab der Krumpenalm eine anspruchsvollere, fantastische Rundtour: Über das Rottörl hinauf zum geschichtsträchtigen Eisenerzer Reichenstein (2.165 m, Reichensteinhütte) und über den Krumpenhals wieder hinunter zum Ausgangspunkt. Diese anspruchsvolle Alpinrunde steht bereits ganz oben auf meiner persönlichen Tourenwunschliste!

4. Mein technisches Setup für Panorama- & Detailaufnahmen

  • Kamera: iPhone (perfekt für schnelle Makroschnappschüsse und Live-HDR-Bilder), Action-Cam (für spektakuläre Perspektiven direkt in der nassen Gischt des Wasserfalls) und für die hochauflösenden Panoramen meine Vollformat-Spiegelreflexkamera.

  • Objektive: Ein Weitwinkelzoom (17-35 mm) für dramatische Landschaftsweite und das gewaltige Panorama der Krumpenalm vor den Reichenstein-Südwänden; dazu ein Telezoom (70-200 mm), um scheue Tiere wie Murmeltiere heranzuholen oder die Libellen am See isolieren zu können.

  • Bildformat: Konsequent das verlustfreie RAW-Format an der DSLR, um in der Nachbearbeitung die maximalen Details aus den dunklen Moosen am Wasserfall und den hellen Wolken am Himmel herauszuholen.

  • Stativ & Zubehör: Ein extrem stabiles, aber leichtes Carbon-Reisestativ mit einem präzise eingestellten Nodalpunktadapter für parallaxenfreie, mehrreihige Panorama-Aufnahmen.

  • Filter: Ein hochwertiger variabler Graufilter (Vario-ND-Filter), um am Wasserfall auch am helllichten Tag die Belichtungszeit verlängern zu können (für den seidig-weichen Wasser-Effekt).

  • Software: Adobe Lightroom Classic für die Grundstimmung, PTGui Pro für das fehlerfreie Zusammensetzen der Panoramen und Photoshop für den finalen Retusche-Schliff.

  • Sicherheit im Rucksack: Handy für Notfälle, geladene Ersatzakkus (Kälte am Wasserfall zieht Strom!), staub- und wasserdicht verpackte Ersatz-Speicherkarten, USB-Kabel sowie eine robuste Powerbank.


5. Barfuß im Bergbach, die Libelle am Stock – Jetzt bist du dran!

Warst du schon einmal im wunderschönen Krumpenkar oder hast du mit deinen Kindern eine ähnliche Fotowanderung unternommen? Wie motivierst du deine Familie für die Naturfotografie? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar mit deinen Erlebnissen oder stelle deine Fragen zur Tour – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!




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