Fototour zum Brunnkarsee: Einsames Naturjuwel über dem Maltatal
Versteckt in der hochalpinen Felswelt der Ankogelgruppe wartet ein spektakuläres Fotomotiv auf ambitionierte Bergsteiger.

⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf
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1. Das Abenteuer Brunnkarsee
Schon die geografische Eigenheit, dass der Brunnkarsee höher liegt als der namensgebende Brunnkarkopf, weckte meine fotografische Neugier. Die Maut auf der Malta-Hochalmstraße schlägt zwar mit rund 25 € zu Buche – eine Investition, die sich für dieses Hochgebirgsszenario jedoch vom ersten Meter an lohnt.
Vom Parkplatz an der imposanten Staumauer des Kölnbrein-Speichers geht es in nordöstlicher Richtung flach am Seeufer entlang. Mit dem Mountainbike wird der lange Weg zur Osnabrücker Hütte zum reinen Vergnügen: Über 8 Kilometer spult man mit moderater Steigung ab, quert kleine Bäche und begegnet neugierigen Ziegen am Wegesrand.

Fototour zum Brunnkarsee: Einsames Naturjuwel über dem Maltatal

Ab der Hütte flacht der Weg kurz ab, bevor an der Weggabelung der steile Anstieg nach links abzweigt. Der Brunnkarkopf präsentiert sich als unscheinbarer Gipfel, bietet jedoch bereits einen überwältigenden Panoramablick auf die Gipfelwelt der Ankogelgruppe. Ab hier ist volle Konzentration gefordert, um im blockigen Felsgelände die Wegmarkierungen nicht zu verlieren.
Ganz auf uns allein gestellt, beobachteten wir nervös die absinkende Wolkenbasis. Die feuchte Luft spitzte die Gewitterneigung zu. In alpinem T4-Gelände über nasse, glatte Felsblöcke abzusteigen, birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Doch das Wetterglück war auf unserer Seite: Die Wolken hoben sich pünktlich wieder an und lüfteten den Blick auf das Tagesziel.

Der Brunnkarsee empfing uns eingebettet in eine schroffe, vom Gletscher geschliffene Felslandschaft. Türkisblaues Eis ragte weit unter die Wasseroberfläche, während Restschneefelder das kristallklare Wasser umrahmten. Nach den gefallenen Anspannungen belohnten wir uns mit einer Jause, absolvierten die Panoramaaufnahmen und genossen die absolute Stille dieser Hochgebirgswelt.
2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke
Die Kombination aus langem Zustieg und wegloser Felsorientierung hält die Massen fern. Wer verlassene Hochgebirgslandschaften, glatt geschliffenen Granit und treibendes Eis im Hochsommer sucht, findet am Brunnkarsee ein erstklassiges Fotomotiv mit hohem Dynamikumfang.
3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief
Kriterium | Details |
Region & Lage | Kärnten, Maltatal / Ankogelgruppe |
Reine Gehzeit | ca. 6:30 bis 7:30 Std. (ohne Bike) / ca. 5:00 Std. (mit Bike-&-Hike bis Osnabrücker Hütte) |
Streckenlänge | ca. 22 km (gesamt) |
Höhenmeter | ca. 950 hm |
Höchster Punkt | Brunnkarsee (~2.500 m) |
🗺️ Sicherheit & Orientierung
Orientierung: Im Oberen Kar spärlich markiert. Trittsicherheit und Orientierungssinn im weglosen Blockgelände zwingend erforderlich.
Wetter: Extrem exponiertes Kar. Bei Nebel oder aufziehendem Gewitter frühzeitig umkehren.
⚠️ Anspruch & Ausrüstung
Schwierigkeit: Bis Osnabrücker Hütte leicht (T1/Gravelbike), danach steil und im Schlussabschnitt T4 (hochalpines Blockgelände).
Ausrüstung: Feste Bergstiefel mit griffiger Profilsohle, Hardshell-Jacke, ausreichend Proviant, GPS-Track/Karte.
💡 Extratipp Die 8 Kilometer lange Zufahrt von der Staumauer bis zur Osnabrücker Hütte unbedingt mit dem Mountainbike oder E-Bike absolvieren. Das spart auf dem Rückweg enorm viel Zeit und schont die Knöchel nach dem Anstieg im Blockmeer. |

4. Fototechnik & Setup für Panorama-Aufnahmen
Wolken sind dreidimensionale Gebilde, deren Struktur im Hochgebirge schnell durch Überbelichtung verloren geht. Statt das Bild pauschal unterzubelichten – was in den dunklen Felsfeinstrukturen zu starkem Rauschen führt – empfiehlt sich ein präzises manuelles Setup.
Manuelle Belichtung: Fixiere die Belichtungszeit (z. B. 1/125 s), wähle den niedrigsten Native-ISO-Wert (ISO 100) und halte die Blende im Schärfeoptimum zwischen f/8 und f/11.
Konstanter Weißabgleich: Manuell auf ca. 5400 K festlegen, damit die einzelnen Einzelbilder des Panoramas beim Stitchen keine Farbabweichungen aufweisen.
Filtereinsatz: Ein Polfilter eliminiert störende Reflexionen auf der Wasseroberfläche und bringt das unterwasser liegende Eis zur Geltung. Ein variabler ND-Filter hilft, die Belichtung im optimalen Blendenbereich zu halten.
Ausrüstungs-Checkliste im Rucksack:
Kamera: Vollformat-Kamera
Objektive: Weitwinkelzoom (16–35 mm) & Standardzoom (24–70 mm)
Bildformat: RAW für maximale Dynamikreserve
Stativ: Stabiles Dreibeinstativ mit Nodalpunktadapter
Software: Adobe Lightroom Classic & Adobe Photoshop
Strom & Sicherheit: Ersatzakkus (körpernah wärmen!), Powerbank, Ersatz-Speicherkarten
5. Jetzt bist du dran!
Welcher alpine Bergsee steht in deinem persönlichen Ranking ganz weit oben? Hast du schon einmal eine Tour als Bike-and-Hike kombiniert, um mehr Zeit für das Fotografieren am Gipfel zu haben? Schreibe es mir gerne in die Kommentare!







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