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Fototour Säuleck (3.086 m): Über den Dösener See auf Kärntens majestätischen Blockgletscher-Dreitausender

⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf


  • Das Erlebnis: Zweitages-Hochtour auf einen zugänglichen Dreitausender mit malerischem Bergsee, beeindruckender Karstlandschaft und einzigartiger Geologie.


  • Anforderung: Trittsicherheit, gute Kondition (T3), Durchhaltevermögen im Blockwerk.


  • Fotografisches Highlight: Die Spiegelungen der Bergkette im Dösener See und die raue, kontrastreiche Felslandschaft im Kar.


  • Wichtigster Ausrüstungstipp: ND-Filter zur Kontrastverstärkung bei bedecktem Himmel sowie ein Nodalpunktadapter für präzise Panoramen.



Zwischen spiegelglatten Gebirgsseen, kargem Blockwerk und dem staubigen Ghibli-Wind: Eine zweitägige Fotoreise durch das Dösental in den Hohen Tauern.



1. Das Abenteuer: Mit der Kamera auf das Säuleck


Das Säuleck zählt zwar zu den leichteren Dreitausendern der Hohen Tauern, doch unterschätzen sollte man eine solche Hochtour nie. Da beachtliche Höhenmeter und reichlich Fotogepäck vor uns liegen, teilen wir die Route auf zwei Tage auf.

Schon die schmale, kurvenreiche Anfahrt zum Dösentalparkplatz hat Abenteuercharakter. Auf dem Parkplatz entrichten wir die Tagesgebühr (5 €, bar oder per Online-Zahlung vor Ort). Die ersten 2,5 Kilometer führen flach über eine Forststraße und einen Hohlweg, ehe der Pfad sanft durch lichten Lärchenwald ansteigt. Der Blick zurück ins grüne Dösental ist atemberaubend. An der Dösender Hütte fragen wir uns erstaunt, warum hier so wenig los ist – an der Landschaft kann es definitiv nicht liegen!

Ein fotografisches Schmankerl ist der Lackenboden, wo sich sanfte Bachläufe durch das Tal schlängeln.



Mäandrierender Bachlauf im Lackenboden des Dösentals mit Blick auf bewaldete Berghänge und bedecktem Himmel.
Lackenboden im Dösental: Fließendes Wasser und lichter Lärchenwald bieten hervorragende Vordergründe.

Schon früh erreichen wir das Arthur-von-Schmid-Haus direkt am glasklaren Dösener See, wo wir unser Quartier für die Nacht beziehen. Die rasch wechselnde Wolkenstimmung über dem See schreit förmlich nach Zeitrafferaufnahmen: Sie zeigen eindrucksvoll, wie sich die Lichtstimmung in der Welt der Landschaftsfotografie innerhalb weniger Minuten komplett wandeln kann.



Perfekte Symmetrie am Dösener See: Licht und Wolken verändern die Kulisse im Minutentakt.


Da wir den extrem anspruchsvollen Dösener-Blockgletscher-Klettersteig auslassen, wandern wir entlang der Südseite des Dösener Sees Richtung Gletscherbruch. Der Dösener Blockgletscher ist eine echte geologische Besonderheit – ein aktiver, stetig kriechender Permafrostkörper unter einer dicken Gesteinsschicht. Erkennbar ist diese Laune der Natur für Fotografen vor allem durch den markanten Gletscherbruch und die kleinen, klaren Schmelzwasserbäche.

Wir gehen zurück zur Hütte, ab hier wird der Weg steil und karg. Ein interessantes Detail sind die stark variierenden Zeit- und Schwierigkeitsangaben zum Gipfel auf den Hinweisschildern. Aus eigener Erfahrung wissen wir nun: Der Weg führt über ein Hochkar mit kleinen Felsenseen, feingeschliffenes Gletscherspuren und kilometerlanges Blockwerk.


Glasklarer Felsensee im Hochkar unterhalb des Säulecks mit scharfer Spiegelung der Gipfel.
Versteckte Schätze im Hochkar: Kleine Karseen bieten grandiose Fotomotive abseits des Hauptweges.

Die Fotografie im Kar erfordert Mut zur Improvisation. Der bedeckte Himmel erzeugt starkes Streulicht und taucht die Felswelt zunächst in ein fahl-graues Einerlei. Die Lösung: Ein hochwertiger ND-Filter! Er verstärkt die Kontraste des dunklen Gesteins, bändigt den Himmel und bringt Textur in das Bild. Manchmal entstehen die spannendsten Aufnahmen nicht durch das Licht, das man erwartet, sondern durch die Technik, mit der man auf das Unvorhergesehene reagiert.


Starkes Gegenlicht über karger Felslandschaft mit sanfter Wasserspiegelung im Vordergrund.
Gegenlicht und graue Felsen: Ein ND-Filter hilft dabei, Dynamik und Struktur aus fahl-grauen Lichtstimmungen herauszuarkbeiten.

Für den Gipfelaufstieg wählen wir die Route über leichte Blockkletterei (Anspruch T3). Erst beim Abstieg entdecken wir den Ausweichweg: schottriger, aber mit Wanderstöcken kräfteschonender zu gehen. Überraschend:

Während Abstiege meist schneller verlaufen, benötigten wir durch das ständige Balance-Halten auf den Felsblöcken für Auf- und Abstieg exakt dieselbe reine Gehzeit (ca. 3 Stunden ab Hütte).

Oben angekommen beobachten wir das Wetter aufmerksam. Über Mallnitz sieht es kurz nach Gewitter aus. Da der Wind jedoch ruhig bleibt und die Fernsicht trüb wird, schließen wir auf Saharastaub in der Luft. Die Vermutung bestätigt sich: Der heiße Wüstenwind Ghibli zieht über das Mölltal.


Blick über ein riesiges Feld aus grauen Felsplatten und Schutt am Hang des Säulecks.
3 Kilometer Blockwerk: Der Weg zum Säuleck verlangt Trittsicherheit und Konzentration.
Weitblick vom felsigen Gipfelgrat des Säulecks auf die umliegenden Gipfel der Hohen Tauern.
Der Gipfelbelohnung auf 3.086 m: Fernsicht über die raue Bergwelt der Hohen Tauern.

Schon beim langen Abstieg steht für uns fest: Wir kommen im Herbst wieder! Wenn die Luft glasklar ist und das Ost-West-ausgerichtete Dösental im warmen Sonnenuntergangslicht erstrahlt, wartet hier das nächste große Fotoprojekt.



2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke

Die beste Jahreszeit: 

Spätsommer bis Frühherbst (Ende August bis Oktober). Im Herbst verfärben sich die Lärchen im Dösental golden und die Fernsicht ist durch stabilere Wetterlagen deutlich klarer.

Klima, Wind und Wetter: 

Durch die Höhenlage über 3.000 Metern ist extrem schnelle Wetterverlagerung möglich. Bei Föhnlagen ist mit starkem Saharastaub-Eintrag (Ghibli) zu rechnen, der die Fernsicht einschränkt, aber für dramatische Sonnenuntergänge sorgen kann.

Geologie und Vegetation:

Der Übergang von lichten Lärchenwäldern im Tal über die alpine Seenlandschaft bis hin zum kargen Blockwerk und dem Permafrost-Blockgletscher bietet fotografisch enorme Abwechslung auf engem Raum.



3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief

Kriterium

Details

Region & Lage

Ankogelgruppe / Hohe Tauern, Kärnten (Mallnitz)

Reine Gehzeit

Ca. 7–8 Stunden gesamt (Tag 1: 2,5 Std. zur Hütte; Tag 2: 3 Std. Gipfel-Auf/Abstieg + 2 Std. Talabstieg)

Streckenlänge

Ca. 21 km (Gesamtstrecke)

Höhenmeter

Ca. 1.640 hm im Auf- und Abstieg

Höchster Punkt

Säuleck (3.086 m)


🗺️ Sicherheit & Orientierung


  • Wetter: Hochalpines Gelände. Wetterberichte exakt prüfen (Gewitterrisiko im Hochsommer).

  • Wegführung: Gut markiert, im Blockwerk erfordert die Orientierung jedoch Aufmerksamkeit (Rot-Weiß-Rote Markierungen auf den Felsen beachten).


⚠️ Anspruch & Ausrüstung


  • Schwierigkeit: Mittel bis schwer (Bergweg T3 / rote bis schwarze Kategorie).

  • Gefahren: Steinschlag im Steilgelände, Ausrutschen auf feuchtem Blockwerk oder Gletscherschliffen.

  • Gelände: Forstweg, Waldpfade, Kar, feines Geröll und weitläufiges Blockwerk.

  • Bekleidung: Zwiebelschicht-Prinzip, wind- und wasserfeste Hardshell, Mütze und Handschuhe (auch im Sommer).

  • Verpflegung: Einkehr/Übernachtung im Arthur-von-Schmid-Haus möglich. Ausreichend Wasser und Riegel für das blockreiche Gipfelstück mitnehmen.


💡 Mein Extratipp: Übernachte unbedingt auf dem Arthur-von-Schmid-Haus! So kannst du die magische blaue Stunde am Dösener See direkt vor der Hüttentür fotografieren, ohne im Dunkeln durch steiles Gelände absteigen zu müssen.



4. Mein technisches Setup für Panorama-Aufnahmen


  • Kamera: Vollformat-Spiegelreflexkamera + Action-Cam (Smartphone als Fernbedienung/Controller)

  • Objektive: Weitwinkelzoom (z. B. 16–35mm für Panoramen und Seen) & Standardzoom (24–70mm)

  • Bildformat: RAW-Format (für maximalen Dynamikumfang in den Felsen und Wolken)

  • Stativ & Zubehör: Stabiles Reisestativ mit Nodalpunktadapter (unerlässlich für fehlerfreie Panorama-Stitches)

  • Filter: Vario-ND-Filter & Polfilter (zur Reduzierung von Reflexionen auf der Wasseroberfläche des Dösener Sees)

  • Software: Adobe Lightroom Classic (RAW-Entwicklung), PTGui-Pro (Panorama-Stitching), Adobe Photoshop (Feinschliff)

  • Sicherheit im Rucksack: Smartphone, Ersatzakkus (Kälte entlädt Akkus rasch!), Ersatz-Speicherkarten, Powerbank und Ladekabel.


5. Fototour Säuleck (3.086 m) – Jetzt bist du dran!


Warst du schon einmal in den Hohen Tauern unterwegs oder hast einen Dreitausender fotografisch festgehalten? Wie gehst du mit fahlen Lichtstimmungen im Hochgebirge um – nutzt du Filter oder verlässt du dich auf die Nachbearbeitung?


Schreib es mir in die Kommentare – ich freue mich auf deinen Erfahrungsaustausch!

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