Fototour Säuleck (3.086 m): Über den Dösener See auf Kärntens majestätischen Blockgletscher-Dreitausender
- Vera und Josef Reiter

- vor 19 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf
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Zwischen spiegelglatten Gebirgsseen, kargem Blockwerk und dem staubigen Ghibli-Wind: Eine zweitägige Fotoreise durch das Dösental in den Hohen Tauern.
1. Das Abenteuer: Mit der Kamera auf das Säuleck
Das Säuleck zählt zwar zu den leichteren Dreitausendern der Hohen Tauern, doch unterschätzen sollte man eine solche Hochtour nie. Da beachtliche Höhenmeter und reichlich Fotogepäck vor uns liegen, teilen wir die Route auf zwei Tage auf.
Schon die schmale, kurvenreiche Anfahrt zum Dösentalparkplatz hat Abenteuercharakter. Auf dem Parkplatz entrichten wir die Tagesgebühr (5 €, bar oder per Online-Zahlung vor Ort). Die ersten 2,5 Kilometer führen flach über eine Forststraße und einen Hohlweg, ehe der Pfad sanft durch lichten Lärchenwald ansteigt. Der Blick zurück ins grüne Dösental ist atemberaubend. An der Dösender Hütte fragen wir uns erstaunt, warum hier so wenig los ist – an der Landschaft kann es definitiv nicht liegen!
Ein fotografisches Schmankerl ist der Lackenboden, wo sich sanfte Bachläufe durch das Tal schlängeln.

Schon früh erreichen wir das Arthur-von-Schmid-Haus direkt am glasklaren Dösener See, wo wir unser Quartier für die Nacht beziehen. Die rasch wechselnde Wolkenstimmung über dem See schreit förmlich nach Zeitrafferaufnahmen: Sie zeigen eindrucksvoll, wie sich die Lichtstimmung in der Welt der Landschaftsfotografie innerhalb weniger Minuten komplett wandeln kann.
Perfekte Symmetrie am Dösener See: Licht und Wolken verändern die Kulisse im Minutentakt.
Da wir den extrem anspruchsvollen Dösener-Blockgletscher-Klettersteig auslassen, wandern wir entlang der Südseite des Dösener Sees Richtung Gletscherbruch. Der Dösener Blockgletscher ist eine echte geologische Besonderheit – ein aktiver, stetig kriechender Permafrostkörper unter einer dicken Gesteinsschicht. Erkennbar ist diese Laune der Natur für Fotografen vor allem durch den markanten Gletscherbruch und die kleinen, klaren Schmelzwasserbäche.
Wir gehen zurück zur Hütte, ab hier wird der Weg steil und karg. Ein interessantes Detail sind die stark variierenden Zeit- und Schwierigkeitsangaben zum Gipfel auf den Hinweisschildern. Aus eigener Erfahrung wissen wir nun: Der Weg führt über ein Hochkar mit kleinen Felsenseen, feingeschliffenes Gletscherspuren und kilometerlanges Blockwerk.

Die Fotografie im Kar erfordert Mut zur Improvisation. Der bedeckte Himmel erzeugt starkes Streulicht und taucht die Felswelt zunächst in ein fahl-graues Einerlei. Die Lösung: Ein hochwertiger ND-Filter! Er verstärkt die Kontraste des dunklen Gesteins, bändigt den Himmel und bringt Textur in das Bild. Manchmal entstehen die spannendsten Aufnahmen nicht durch das Licht, das man erwartet, sondern durch die Technik, mit der man auf das Unvorhergesehene reagiert.

Für den Gipfelaufstieg wählen wir die Route über leichte Blockkletterei (Anspruch T3). Erst beim Abstieg entdecken wir den Ausweichweg: schottriger, aber mit Wanderstöcken kräfteschonender zu gehen. Überraschend:
Während Abstiege meist schneller verlaufen, benötigten wir durch das ständige Balance-Halten auf den Felsblöcken für Auf- und Abstieg exakt dieselbe reine Gehzeit (ca. 3 Stunden ab Hütte).
Oben angekommen beobachten wir das Wetter aufmerksam. Über Mallnitz sieht es kurz nach Gewitter aus. Da der Wind jedoch ruhig bleibt und die Fernsicht trüb wird, schließen wir auf Saharastaub in der Luft. Die Vermutung bestätigt sich: Der heiße Wüstenwind Ghibli zieht über das Mölltal.


Schon beim langen Abstieg steht für uns fest: Wir kommen im Herbst wieder! Wenn die Luft glasklar ist und das Ost-West-ausgerichtete Dösental im warmen Sonnenuntergangslicht erstrahlt, wartet hier das nächste große Fotoprojekt.
2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke
Die beste Jahreszeit: | Spätsommer bis Frühherbst (Ende August bis Oktober). Im Herbst verfärben sich die Lärchen im Dösental golden und die Fernsicht ist durch stabilere Wetterlagen deutlich klarer. |
Klima, Wind und Wetter: | Durch die Höhenlage über 3.000 Metern ist extrem schnelle Wetterverlagerung möglich. Bei Föhnlagen ist mit starkem Saharastaub-Eintrag (Ghibli) zu rechnen, der die Fernsicht einschränkt, aber für dramatische Sonnenuntergänge sorgen kann. |
Geologie und Vegetation: | Der Übergang von lichten Lärchenwäldern im Tal über die alpine Seenlandschaft bis hin zum kargen Blockwerk und dem Permafrost-Blockgletscher bietet fotografisch enorme Abwechslung auf engem Raum. |
3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief
Kriterium | Details |
Region & Lage | Ankogelgruppe / Hohe Tauern, Kärnten (Mallnitz) |
Reine Gehzeit | Ca. 7–8 Stunden gesamt (Tag 1: 2,5 Std. zur Hütte; Tag 2: 3 Std. Gipfel-Auf/Abstieg + 2 Std. Talabstieg) |
Streckenlänge | Ca. 21 km (Gesamtstrecke) |
Höhenmeter | Ca. 1.640 hm im Auf- und Abstieg |
Höchster Punkt | Säuleck (3.086 m) |
🗺️ Sicherheit & Orientierung
Wetter: Hochalpines Gelände. Wetterberichte exakt prüfen (Gewitterrisiko im Hochsommer).
Wegführung: Gut markiert, im Blockwerk erfordert die Orientierung jedoch Aufmerksamkeit (Rot-Weiß-Rote Markierungen auf den Felsen beachten).
⚠️ Anspruch & Ausrüstung
Schwierigkeit: Mittel bis schwer (Bergweg T3 / rote bis schwarze Kategorie).
Gefahren: Steinschlag im Steilgelände, Ausrutschen auf feuchtem Blockwerk oder Gletscherschliffen.
Gelände: Forstweg, Waldpfade, Kar, feines Geröll und weitläufiges Blockwerk.
Bekleidung: Zwiebelschicht-Prinzip, wind- und wasserfeste Hardshell, Mütze und Handschuhe (auch im Sommer).
Verpflegung: Einkehr/Übernachtung im Arthur-von-Schmid-Haus möglich. Ausreichend Wasser und Riegel für das blockreiche Gipfelstück mitnehmen.
💡 Mein Extratipp: Übernachte unbedingt auf dem Arthur-von-Schmid-Haus! So kannst du die magische blaue Stunde am Dösener See direkt vor der Hüttentür fotografieren, ohne im Dunkeln durch steiles Gelände absteigen zu müssen. |
4. Mein technisches Setup für Panorama-Aufnahmen
Kamera: Vollformat-Spiegelreflexkamera + Action-Cam (Smartphone als Fernbedienung/Controller)
Objektive: Weitwinkelzoom (z. B. 16–35mm für Panoramen und Seen) & Standardzoom (24–70mm)
Bildformat: RAW-Format (für maximalen Dynamikumfang in den Felsen und Wolken)
Stativ & Zubehör: Stabiles Reisestativ mit Nodalpunktadapter (unerlässlich für fehlerfreie Panorama-Stitches)
Filter: Vario-ND-Filter & Polfilter (zur Reduzierung von Reflexionen auf der Wasseroberfläche des Dösener Sees)
Software: Adobe Lightroom Classic (RAW-Entwicklung), PTGui-Pro (Panorama-Stitching), Adobe Photoshop (Feinschliff)
Sicherheit im Rucksack: Smartphone, Ersatzakkus (Kälte entlädt Akkus rasch!), Ersatz-Speicherkarten, Powerbank und Ladekabel.
5. Fototour Säuleck (3.086 m) – Jetzt bist du dran!
Warst du schon einmal in den Hohen Tauern unterwegs oder hast einen Dreitausender fotografisch festgehalten? Wie gehst du mit fahlen Lichtstimmungen im Hochgebirge um – nutzt du Filter oder verlässt du dich auf die Nachbearbeitung?
Schreib es mir in die Kommentare – ich freue mich auf deinen Erfahrungsaustausch!







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