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Faszination Bergseen: Fototour zum Unteren Wirpitschsee & Tiefenbachsee im Lungau

vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit

Kristallklare Spiegelungen, turmalingrüne Farben und unberührte Natur im Salzburger Land


Panorama des leuchtenden Tiefenbachsees in den Schladminger Tauern im Lungau.


⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf

  • Das Highlight: Zwei vollkommen unterschiedliche, geheimnisvolle Bergseen auf engstem Raum.

  • Charakter: Sanfter Aufstieg durch Märchenwälder, gerahmt von Alpen-Wacholder, Rauschbeeren und markanten Felsformationen.

  • Fotografischer Fokus: Farbdynamik im Wasser, Panoramafotografie mit Nodalpunktadapter und exakte Farbtemperatur-Steuerung (Kelvin) vor Ort.

  • Spartipp: Mit dem Fahrrad/E-Bike ab Parkplatz Diktlerhütte, zur Buskehre fahren – das spart mühsames Gehen auf der Forststraße sowie die Maut- und Busgebühr!


1. Das Abenteuer: Der Funke, der alles veränderte

Wir lieben sie einfach – Bergseen und alpine Gewässer. Genau genommen ist es sogar einem Bergsee zu verdanken, dass ich vor rund 20 Jahren den Schritt gewagt habe: weg von der Industrie- und Werbefotografie, hin zur reinen Landschaftsfotografie. Seitdem plane ich meine Touren bevorzugt nach diesen aus erdgeschichtlicher Sicht noch recht jungen Gewässern.

Ob sich die Wasseroberfläche in Türkisblau, Smaragdgrün oder klarem Petroleum zeigt – das Farbspektrum alpine Seen erzählt jedes Mal eine neue Geschichte. Treffen Wolken und schroffe Bergketten auf eine spiegelglatte Oberfläche oder kräuseln sanfte Windböen das Wasser im Sonnenlicht, erwacht die Magie der Alpen zum Leben.

Am Wochenende hat es mich in den Lungau verschlagen – ein wahres Bergseen-Paradies. Im Gepäck habe ich zwei optische Leckerbissen für euch:


Alpen-Wacholder am Ufer des Unteren Wirpitschsees im Salzburger Lungau.

  • Der Untere Wirpitschsee: Ein geheimnisvolles, tiefes Gewässer. Durch seine geschützte Lage zeigt er sich vor allem zur Mittagszeit von seiner strahlendsten Seite, wenn die Sonne hoch steht. Am späten Nachmittag versinkt er rasch im Schatten der umliegenden Gipfel – so, als wolle er seine Geheimnisse vor der Welt verbergen.


  • Der Tiefenbachsee: Nur etwa 20 Gehminuten entfernt präsentiert sich der Tiefenbachsee mit einem völlig anderen Charakter. Er reflektiert die saftig grünen Grashänge der Schladminger Tauern und leuchtet bei Sonneneinstrahlung in einem unvergleichlichen Turmalingrün. Gerahmt von einzelnen Bäumen an der Baumgrenze, knorrigen Bergkiefern (Latschen), Schwarzbeeren und seltenem Alpen-Wacholder bieten sich hier fantastische Vordergründe für den Bildaufbau.


Alpen-Wacholder am Ufer des Tiefenbachsees im Salzburger Lungau.

Faszination Bergseen: Fototour zum Unteren Wirpitschsee & Tiefenbachsee im Lungau



2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke

Warum ausgerechnet diese Tour? Die Kombination aus einem tiefen, schattigen Karsee (Wirpitschsee) und einem lichtdurchfluteten, farbenprächtigen Hochplateausee (Tiefenbachsee) bietet auf kleinstem Raum eine enorm hohe Dichte an Motiven. Die Vegetation rund um die Baumgrenze gibt dem Fotografen natürlichen Rahmen („Natural Framing“) an die Hand.



3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief -

Faszination Bergseen: Fototour zum Unteren Wirpitschsee & Tiefenbachsee im Lungau

Kriterium

Details

Region & Lage

Salzburger Lungau / Weißpriachtal (Schladminger Tauern)

Reine Gehzeit

ca. 3:30 bis 4:00 Stunden (ohne Fotopausen)

Streckenlänge

ca. 11,5 km (ab Buskehre / Ulnhütte)

Höhenmeter

ca. 550 hm

Höchster Punkt

Tiefenbachsee (ca. 1.860 m)

💡 Mein Tipp zur Anreise

Parken könnt ihr direkt am Parkplatz 5 (Tagesgebühr: 8 €). Von hier aus sind es rund 2,2 km bis zum offiziellen Wanderaufstieg.


Mein persönlicher Empfehlungs-Clou: 

Nehmt das Fahrrad oder E-Bike mit! Startet ihr bereits ab der Diktlerhütte, legt ihr rund 5 Kilometer und moderate 130 Höhenmeter auf zwei Rädern zurück. So spart ihr euch nicht nur das Ticket für den Bus, sondern rollt nach dem Abstieg und einem langen Fototag auf dem Rückweg völlig mühelos und entspannt wieder bergab zum Auto.


🗺️ Sicherheit & Orientierung

Bis zur Tonimörtlhütte ist der Weg durch den märchenhaften Wald hervorragend markiert.


  • Wegbeschreibung zum Tiefenbachsee: Vom Unteren Wirpitschsee geht man ein Stück zurück in Richtung Tonimörtlhütte und steigt beim ersten Fahrweg in Richtung eines von unten sichtbaren Almhauses auf. Rechts am Almhaus vorbei führt ein wunderschöner, gut erkennbarer Pfad direkt zum Tiefenbachsee.


⚠️ Anspruch & Ausrüstung

  • Anspruch: Mittelschwere Bergwanderung (Rot). Gute Grundkondition und Trittsicherheit erforderlich.

  • Ausrüstung: Feste Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle, Wetter- und Sonnenschutz, ausreichend Verpflegung (Hüttenöffnungszeiten saisonal prüfen!).

💡 Mein Extratipp:

Wer noch Körnchen in den Beinen und ausreichend Zeit hat, kann vom Unteren Wirpitschsee weiter zur Golitschspitze wandern. Eine einsame, wenig begangene Route, die den Blick auf weitere versteckte Karseen freigibt. Achtung: Hier gibt es keine durchgehende Beschilderung – unbedingt eine topografische Karte oder GPS-Track einpacken!


Aussicht auf die Schladminger Tauern während der Fototour im Weißpriachtal.


4. Fototechnik & Setup für Panorama-Aufnahmen

Bei der Hochgebirgs- und Panoramafotografie überlassen wir nichts dem Zufall. Wir arbeiten mit manuellen Fixeinstellungen (Belichtungszeit, ISO, Blende und Weißabgleich), um nahtlose Übergänge beim Stitchen (Zusammenfügen) der Einzelbilder zu garantieren.


Farbtemperatur (Kelvin) bewusst steuern:

Ein nachträglicher Weißabgleich in der EBV mag bequem sein, verfälscht aber oft das reale Lichtgefühl vor Ort. Die Kelvin-Einstellung ist genauso wichtig wie Blende und Belichtungszeit:


  • Unterer Wirpitschsee: Aufgrund der kühleren, schattigeren Umgebung habe ich mit der klassischen Einstellung von 5.400 K bis 5.500 K gearbeitet.

  • Tiefenbachsee: Durch das warme Sonnenlicht auf den Grashängen und die Turmalingrüntöne kam eine Farbtemperatur von 5.000 K bis 5.200 K zum Einsatz, um die Leuchtkraft der Naturtreue anzupassen.


Fotografisches Equipment im Rucksack:


  • Kamera: Vollformat-Spiegelreflexkamera (für maximalen Dynamikumfang).

  • Objektive: Ultraweitwinkelzoom (16–35mm für weitläufige Panoramen) & Standardzoom (24–70mm für Details und Verdichtung).

  • Bildformat: RAW-Format (essenziell für Durchzeichnung in den hellen Wolken und schattigen Felsformationen).

  • Stativ & Zubehör: Stabiles Reisestativ mit Nodalpunktadapter (unerlässlich, um Parallaxenfehler bei Nah-Fern-Kombinationen zu vermeiden).

  • Filter: Polfilter (zur gezielten Steuerung von Reflexionen auf der Wasseroberfläche und Sättigung der Grüntöne) & Vario-ND-Filter.

  • Software: Adobe Lightroom Classic (RAW-Entwicklung) & Adobe Photoshop (Panorama-Stitching).

  • Sicherheit & Energie: Smartphone, Powerbank, Ersatz-Akkus (Kälte entlädt Akkus rasch!) und Reserve-Speicherkarten.


5. Jetzt bist du dran!

Kennst du das Gefühl, wenn ein Bergsee urplötzlich hinter einer Geländekante auftaucht und das Licht genau richtig steht? Welches ist dein persönlicher Lieblingssee in den Alpen? Schreib es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich auf deinen Tipp für die nächste Fototour!

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