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Hochschwab Rundtour: Fototour über das Gehackte zum Gipfel (2.277m)

13. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Aug.

Blick auf die felsigen Südwände der Hochschwabgruppe nahe dem Vogelbad bei St. Ilgen.
Grüne Almmatten im Kontrast zu steilen Kalkfelswänden – der Aufstieg Richtung Vogelbad.

⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf


  • Das Erlebnis: Anspruchsvolle, hochalpine Rundtour durch die raue Kalklandschaft der Hochschwabgruppe mit spektakulären Tiefblicken und weiten Plateaus.

  • Anforderung: Konditionell fordernd; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit für die Klettersteigpassage "Das Gehackte" (T3, A/B) zwingend erforderlich.

  • Fotografisches Highlight: Wechselspiel aus Restbewölkung, kargen Kalkfelswänden und weiten Panoramablicken am Gipfel sowie im Ausstieg des Gehackten.

  • Wichtigster Ausrüstungstipp: Nodalpunktadapter für verzerrungsfreie Panorama-Aufnahmen im Rucksack und ausreichend Flüssigkeit für die ausgedehnte Karsthochfläche.


Bewusstes Gehen, alpine Fotofaszination und die Formel: Fit bleiben = Lebensfreude.


1. Das Abenteuer: Mit dem richtigen Rhythmus dem Licht entgegen


Der Tag ist noch jung, der Rucksack steht seit gestern gepackt bereit und sämtliche Akkus für Kamera, Smartphone und Powerbank zeigen volle Ladung. Schon beim gemeinsamen Frühstück wird uns klar, wie sehr bewusste Ernährung und Vorbereitung unsere Energie am Berg bestimmen.

Wenn wir nach einer langen Tour unten beim Bodenbauer wieder am Auto stehen und gedanklich schon den nächsten Tag planen, wissen wir: Gute Vorbereitung ist keine Hexerei, sondern die Basis für pure Lebensfreude.

Wir starten am Parkplatz Bodenbauer in St. Ilgen. Die ersten Schritte gehen wir bewusst entschleunigt. Wer zu rasch anläuft, verschenkt wertvolle Körperspeicher. Wir halten von Beginn an unseren idealen Rhythmus – so bleibt der Kopf frei für das, worum es uns heute eigentlich geht: das Sehen, Beobachten und Fotografieren.


Über den Schottenkogel geht es bergan. Nach etwa 1,5 Stunden teilt sich der Pfad vor dem Vogelbad. Da der direkte Felsweg oft nass und rutschig ist, wählen wir den linken Pfad in Richtung Vogauer Kreuz.


Panorama der hochalpinen Felslandschaft am Ghacktbrunn unterhalb des Klettersteigs.
Raues Karstgelände kurz vor dem Einstieg in die Felsrinne „Das Gehackte“.

Vor uns baut sich die imposante Passage „Das Gehackte“ auf: Eine rund 360 Meter lange und 220 Höhenmeter überwindende, mit Leitern und Drahtseilen versicherte Felsrinne (T3, A/B). Dieser Klettersteig fordert noch einmal Konzentration, ehe uns das hochalpine Plateau mit seinen weiten Perspektiven empfängt.


Ausstieg des Klettersteigs Das Gehackte mit Blick über die Hochfläche des Hochschwabs.
Geschafft! Der Ausstieg aus dem Gehackten gibt den Weg frei auf das sanft geschwungene Plateau.
Wolken ziehen über den Gipfelbereich des Hochschwabs mit Blick auf den Fernhorizont.
Dynamische Lichtstimmungen: Restbewölkung umströmt den Hochschwab-Gipfel auf 2.277 m.

Kurz darauf stehen wir am Hochschwab-Gipfel (2.277 m). Das Licht wechselt rasch; die typische Rückseitenbewölkung zieht in Dramatik über die Täler. Als Fotografen nehmen wir das Wetter, wie es kommt: Nicht jedes Licht ist das klassische Postkartenlicht – aber genau in diesen dynamischen, unperfekten Momenten entstehen oft die spannendsten Aufnahmen.


Endlose Weite des Hochschwab-Gipfelplateaus beim Rückweg über das Fleischer-Biwak.
Endlose Weiten: Der Abstieg über das Karstplateau erfordert Ausdauer und gute Orientierung.

Nach einer wohldosierten Rast setzen wir die Rundtour über das Fleischer-Biwak fort, genießen den weiten Weg über die Hochfläche und legen bei der Häuslalm eine Einkehr ein, bevor die letzten 700 Höhenmeter Abstieg anstehen.



2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke


  • Die beste Jahreszeit: Spätsommer bis Frühherbst (Juli bis Oktober). Die Fernsicht ist stabil, Schneefelder im Gehackten sind meist geschmolzen und das Licht zeigt warme Goldtöne.

  • Klima, Wind und Wetter: Typisches Hochkarst-Klima. Das Wetter kann am Plateau schlagartig umschlagen. Rückseitenwetter nach einer Kaltfront bietet jedoch fantastische Wolkenformationen und klare Sicht.

  • Geology und Vegetation: Beeindruckender Dachsteinkalk mit tiefen Dolinen, steilen Felswänden und spärlicher, aber faszinierender Alpinvegetation (Alpenrosen, Edelweiß, Polsterpflanzen).



3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief

Kriterium

Details

Region & Lage

Hochschwabgruppe, Steiermark (Start: Gasthof Bodenbauer)

Reine Gehzeit

ca. 6,5 bis 7,5 Stunden (ohne längere Fotostopps)

Streckenlänge

ca. 18,5 km (Rundtour)

Höhenmeter

ca. 1.300 hm im Auf- und Abstieg

Höchster Punkt

Hochschwab Gipfel (2.277 m)


🗺️ Sicherheit & Orientierung

  • Wetter: Am Plateau herrscht Orientierungsgefahr bei Nebel. Wetterbericht akribisch prüfen!

  • Wegführung: Gut markiert (Weg 801/840). Im Bereich "Das Gehackte" ist Trittsicherheit erforderlich.


⚠️ Anspruch & Ausrüstung

  • Schwierigkeit: Schwer (Alpinwandern / Klettersteig A/B).

  • Gefahren: Steinschlag im Gehackten möglich; Wetterumschwünge auf der Hochfläche.

  • Gelände: Forstwege, schmale alpine Steige, felsige Passagen, Schotterkar.

  • Bekleidung: Zwiebelprinzip, wind- und wasserdichte Hardshell, feste Kategorie-B/C-Bergstiefel.

  • Verpflegung: Ausreichend Wasser (wenig Quellen auf der Hochfläche!), energiereiche Snacks / Jause.


💡 Mein Extratipp:

Achte im steilen Anstieg zum Gehackten bewusst auf deine Schrittfrequenz. Mache kleine, gleichmäßige Schritte und passe die Atmung dem Schritttakt an. Das senkt den Puls spürbar und lässt dir genug Atemenergie, um unterwegs ohne Erschöpfung die Kamera für Spontanaufnahmen in die Hand zu nehmen.


4. Mein technisches Setup für Panorama-Aufnahmen

  • Kamera: Vollformat-Spiegelreflexkamera (oder spiegellos) für maximale Dynamik bei starkem Sonnen-/Schattenkontrast.

  • Objektive: Ultraweitwinkel (16-35mm) für raumgreifende Landschaften & Normalbrennweite (50mm) für verzerrungsfreie Panorama-Einzelbilder.

  • Bildformat: RAW-Format (essenziell für Tiefen- und Lichter-Korrekturen bei Karstgestein).

  • Stativ & Zubehör: Leichtes, stabiles Carbon-Reisestativ mit Nodalpunktadapter für Parallaxen-freie Panoramen.

  • Filter: Vario-ND-Filter sowie Polfilter zur Verstärkung des Himmelblaus und Reduktion von Dunst.

  • Software: Adobe Lightroom Classic zur Grundentwicklung, PTGui-Pro zum Stitching vielreihiger Panoramen und Photoshop für den Feinschliff.

  • Sicherheit im Rucksack: Smartphone, Ersatzakkus (am Körper warmhalten!), Speicherkarten, Powerbank & USB-Kabel.


5. Jetzt bist du dran!

Bist du die Hochschwab-Rundtour über das Gehackte schon einmal gegangen? Wie hältst du es mit deinem Wandertempo und der Puls-Kontrolle bei langen Touren? Teile deine Erfahrungen, Ausrüstungstipps oder Fotofragen gerne unten in den Kommentaren!

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