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Naturparadies Schladminger Tauern

Ein fotografischer Augenschmaus im Bergfrühling

Ende Mai sind die Chancen groß, ganz alleine an einem Bergsee zu stehen. Es ist die perfekte Zeit, um Momente schöpferischer Ruhe zu genießen. Diese sensiblen Ökosysteme erzählen für mich Geschichten wie das Leben selbst: Sie zeigen, wie die Natur selbst in den unwirtlichsten Regionen Wege findet, sich zu behaupten. Bergseen erzählen aber auch von der Vergänglichkeit und von der absoluten Urkraft der Erde. Sie spiegeln die Bedeutung des Lebens wider und sind Orte zur inneren Einkehr – ein Raum für Demut und eine lebensbejahende Haltung.


Wasser Oberfläche des Oberen Wildkarsees die die glitzernden Steine und das Wasser zeigt, umgeben von steilen Berghängen.

Drei Seen, eine Tour: Kontraste auf 700 Höhenmetern

Meine Tourenwahl fiel auf die Kulisse vom Etrachsee über den Unteren bis zum Oberen Wildenkarsee. Drei Bergseen innerhalb von knapp 700 Höhenmetern versprechen eine enorme landschaftliche und damit optische Vielfalt für das Kameraobjektiv.

Es war ein idealer Tag für eine Wanderung: Ein frischer Morgen mit zunehmender Kumulusbewölkung, die jedoch keine Anzeichen für Überentwicklung oder Gewitterneigung zeigte. Die geologische Geschichte der Schladminger Tauern reicht teils bis zu eine Milliarde Jahre zurück. Sie bestehen größtenteils aus kristallinem Gestein. Das prägt nicht nur die markanten Bergformationen, sondern ermöglicht auch die erstaunlich grüne Vegetation.

Beim Aufstieg über die Alm entdecken wir Ende Mai leuchtende Enziane und den Pyramiden-Günsel. Weiter oben wandere ich durch einen wunderschönen, alten Zirbenwald, in dem häufig der Gemeine Wacholderstrauch wächst. Dort, wo die Landschaft schließlich felsig und karg wird, überrascht mich die Gämsheide, die wie rosafarbene Polster auf dem grauen Stein wirkt.


  • Tour-Eckdaten – Details zur Wanderung

  • Region & Lage: Gemeinde Krakau (Bezirk Murau, Steiermark), Krakautal

  • Startpunkt: Etrachsee (1.374 m Seehöhe)

  • Höchster Punkt: Oberer Wildenkarsee (2.053 m)

  • Streckenlänge: ca. 12 Kilometer (Gesamtweg)

  • Höhenmeter: 679 hm im Auf- und Abstieg

  • Gehzeit: ca. 4:00 Stunden (reine Gehzeit)

  • Anspruch: Überwiegend einfach; kurzes Steilstück zur Rudolf-Schober-Hütte. Leicht bis zum Unteren Wildenkarsee.



  • Sicherheit, Orientierung & Wissenswertes


  • Pfadsuche im Frühjahr: Vom Unteren zum Oberen Wildenkarsee sind die Pfadspuren und Markierungen Ende Mai durch Altschneereste oder Winterschäden oft schwer auffindbar.


  • Achtung, Kreuzottern: Die Hänge sind voller Heidelbeerfelder – im Herbst ein Paradies für Sammler, im Frühling ein toller Fotovordergrund. Augen auf: Ich habe hier eine Kreuzotter gesichtet. Vor- und Rücksicht sind geboten!


  • Steinschlaggefahr: Am Oberen Wildenkarsee waren deutlich Steinschläge zu hören. Eine Umrundung des Ufers war zu diesem Zeitpunkt zu gefährlich.


  • Trügerische Wegweiser: Beim Aufstieg verleitete mich ein von roten Flechten bewachsener Stein zu der Annahme, es sei eine Wegmarkierung. Das Ende vom Lied war ein mühsamer Kampf durch ein Latschenfeld. Vertraut im Zweifel lieber der Karte als bunten Flechten!


  • Abenteuer Latschen: Auf der Suche nach neuen Fotoperspektiven wollte ich den Unteren Wildenkarsee auf der linken Seite umrunden. Was einfach begann, endete erneut im dichten Latchendickicht – die Wintermonate hatten den Pfad unkenntlich gemacht.


Ein weiterer Blick auf den Oberen Wildkarsee umgeben von schroffen Bergen und einem blauen Himmel mit Wolken.

Naturparadies Schladminger Tauern


Perspektivenwechsel: Die Magie des Gegenlichts


Dank meiner neuen Action-Cam mit ausziehbarer Teleskophalterung konnte ich spektakuläre Perspektiven knapp über der Wasseroberfläche realisieren. Und ganz unter uns: In den Latschenfeldern hat mir diese Teleskopstange samt Smartphone-Anbindung und GPS-Karte extrem geholfen, den echten Weg wiederzufinden 😉.

Nach so vielen Jahren in der Landschaftsfotografie gehe ich meine Motive meist sehr intuitiv an. Da ich nun diesen Blog ins Leben gerufen habe, achte ich aber bewusster darauf, wie ich fotografiere. Gestern wurde mir wieder klar, warum ich Gegenlichtaufnahmen so liebe: Die Wasseroberfläche glitzert dadurch intensiver. Wenn die Sonne nicht zu tief steht, reflektiert das Wasser das Himmelsblau in einem tiefen, satten Ton. Natürlich hängt dieser Effekt von der Seetiefe, der Umgebung und der Jahreszeit ab – aber genau das macht den Reiz aus. Ich jage keinem Standardmotiv hinterher, sondern nutze die Bedingungen vor Ort für meine eigene Bildsprache.



Jetzt bist du dran: Ab in die Schladminger Tauern?

Die Drei-Seen-Wanderung im Krakautal bietet unzählige Fotomotive und echte Ruhe abseits der Massen. Packst du schon deinen Rucksack oder hast du die Region selbst schon besucht?


  • Welche Perspektive fasziniert dich bei Bergseen am meisten?

  • Bevorzugst du auch das glitzernde Gegenlicht oder wartest du lieber auf die perfekte Spiegelung?


Schreib mir deine Gedanken, Fragen oder deine eigenen Touren-Tipps unbedingt unten in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit dir!



 
 
 

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