Magie im Herbstlicht: Fototour zu den geheimnisvollen Trögseen im Ellmautal
Wenn Stille auf perfekte Spiegelungen trifft – eine Nachmittagstour mit Stirnlampen-Rückweg

⏱️ Für eilige Leser: Die Tour im Schnelldurchlauf
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1. Das Abenteuer: Herbstzauber über dem Ellmautal
Auf die Frage, welche Fototour ich als Nächstes vorstellen möchte, kamen mir spontan die Trögseen hoch über dem Ellmautal in den Sinn. Mein erklärtes Ziel: Das warme, goldene Licht der Spätnachmittagssonne über diesen kleinen, eiszeitlichen Relikten einzufangen.
Mir war von Anfang an bewusst, dass der Rückweg in absoluter Finsternis stattfinden würde. Am Berg bleibt es zwar etwas länger hell als im Tal, doch spätestens beim Abstieg weist mir eine Stirnlampe den Weg. Sie gehört zur absoluten Standardausrüstung für Bergwanderer – und nicht vergessen: Die Akkus vor jeder Tour regelmäßig prüfen!
Der Aufstieg durch alpine Natur
Vom Parkplatz Grundlehen führt der Weg vorbei an der unbewirtschafteten Großellmau-Heimalm hinauf zur Ellmaualm – einer lieblichen, wunderschön gelegenen Alm, die von Familie Hettegger bewirtschaftet wird. Direkt bei der Alm geht es links steiler bergan. Es fehlen nur noch etwa 150 Höhenmeter bis zum Ziel. Im gemütlichen Wanderschritt erreiche ich die Karsenke in unter zwei Stunden.
Sogleich erkunde ich das überschaubare Terrain. Die dunklen, geheimnisvollen Moorseen liegen teils erhaben über dem Umland. Aus dieser trogförmigen Vertiefung leitet sich auch der Name Trögseen ab. Obwohl das kühle Nass in dieser Höhe extrem erfrischend wirkt und absolut sauber ist, handelt es sich um ein hochsensibles Ökosystem. Ein Bad wäre hier eher eine Mutprobe als eine Notwendigkeit – ich bevorzuge es daher deutlich, die optischen Reize der Landschaft zu genießen.

Das Spiel mit Perspektiven und Farben
Landschaftsfotografie erfordert Fingerspitzengefühl: Nur wenige Zentimeter höher oder tiefer verändert sich die Farbwirkung des Wassers dramatisch – von tiefschwarz bis hin zu leuchtendem Azurblau. Ein Schritt nach links, rechts, vor oder zurück macht den entscheidenden Unterschied, wenn es um die perfekte Spiegelung und Farbreflexion auf der stillen Wasseroberfläche geht.
Noch herrscht ein klaffendes Gegenlicht über der Senke. Höchste Zeit für stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen! Das bereits diffuse Herbstlicht verwandelt die Landschaft in eine märchenhafte Szenerie. Mir war sofort klar: Eine dieser Aufnahmen wird einen Monat in unserem Bildkalender „Made in Austria“ zieren.

Nun suche ich mir den perfekten Standpunkt für den Sonnenuntergang. Das immer wärmer werdende Abendlicht lässt die Gräser zwischen den Seen und ein saftig grünes Moospolster im Gegenlicht erstrahlen – einfach perfekt! Kamera auf das Stativ, Einstellungen gewählt, Auslöser gedrückt – und dann genieße ich einfach diesen friedlichen Augenblick.
Der Abstieg in der Nacht
Das verbleibende Restlicht reicht aus, um das Feuchtgebiet mit trockenen Schuhen wieder zu verlassen. Inzwischen hat die Luft spürbar abgekühlt. Der Lichtkegel der Stirnlampe genügt vollkommen, um Wurzeln und Steine rechtzeitig zu erkennen. Während des Abstiegs durch die Dunkelheit durchwandere ich immer wieder wohlige Warmluftzonen – atmosphärische Augenblicke, die lange in Erinnerung bleiben.
2. Kriterien für die Tourenwahl: Der fotografische Funke
Als professioneller Fotograf gehe ich hinaus, um spezielle, ungewohnte und neue Perspektiven sowie Lichtsituationen zu finden. Ich möchte echte Originale schaffen. Dazu gehört auch gezieltes Querdenken: Während die meisten Wanderungen früh morgens beginnen, breche ich diesmal bewusst zu einer Nachmittagstour auf.
Erst um 14:00 Uhr starte ich am Parkplatz Grundlehen im Ellmautal. Ich habe die Route gewählt, weil sie technisch unproblematisch ist und ein klarer, logischer Wegverlauf die Orientierung beim Rückweg in der Dunkelheit erheblich erleichtert.
3. Die harten Fakten & Touren-Steckbrief
Kriterium | Details |
Region & Lage | Großarltal / Ellmautal (Salzburg, Niedere Tauern) |
Start- & Zielpunkt | Parkplatz Grundlehen (Ellmautal) |
Reine Gehzeit | ca. 3,5 bis 4 Stunden (gesamt, ohne Fotostopps) |
Streckenlänge | ca. 9,5 km (Auf- und Abstieg) |
Höhenmeter | ca. 580 hm im Auf- und Abstieg |
Höchster Punkt | Trögseen (ca. 1.890 m) |
Einkehrmöglichkeit | Ellmaualm (Öffnungszeiten/Saison beachten) |
🗺️ Sicherheit & Orientierung
Der Weg führt gut markiert über Almwege und Steige. Durch die Tour in den Abendstunden ist eine leistungsstarke Stirnlampe (sowie ein geladener Ersatzakku) obligatorisch. Ein GPS-Track auf dem Smartphone gibt zusätzliche Sicherheit.
⚠️️ Anspruch & Ausrüstung
Mittelschwere Bergwanderung (Kategorie Blau bis Rot). Knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle sind wegen der feuchten Abschnitte rund um die Moorseen und rutschiger Wurzeln im Abstieg Pflicht. Warme Wechselbekleidung (Wind-/Kälteschutz) einpacken, da es nach Sonnenuntergang im Herbst rasch abkühlt.
💡 Mein Extratipp: Erweiterung als Gipfeltour zum GründeggWer früher startet oder mehr Höhenmeter absolvieren möchte, kann die Wanderung von den Trögseen aus weiter hinauf zum Gründegg (2.168 m) verlängern. Vom Gipfel genießt man eine fantastische 360-Grad-Aussicht über das Großarltal und die Hohe Tauern. Über den Grat lässt sich die Tour auch wunderbar als Rundweg zurück zur Ellmaualm gestalten. |
4. Fototechnik & Setup für Panorama-Aufnahmen
Bei diffusem oder extrem kontrasteichem Licht im Gegenlicht neigt man oft dazu, vorsichtshalber stark unterzubelichten – doch das nimmt dem Bild schnell die natürliche Stimmung. Für mein geplantes Panorama, bestehend aus 4 bis 5 Einzelaufnahmen im Hochformat, gehe ich wie folgt vor:
Belichtungsmessung: Ich wähle das Teilbild direkt neben der hellsten Stelle (der Sonne) als mein Referenzbild. Dort messe ich die Belichtung ein und fixiere alle Parameter manuell (M-Modus).
Kamera-Einstellungen: ISO 100 für maximale Bildschärfe und Dynamik, eine förderliche Blende (z. B. f/8 bis f/11) und ein fester manueller Weißabgleich.
Fokus & Filter: Der Autofokus wird nach dem Scharfstellen deaktiviert. Die Gegenlichtblende wird abgenommen. Der variable ND-Filter ist auf das Minimum gedreht oder abgenommen, um Abschattungen und Vignettierung zu vermeiden.
Ergebnis: So entstehen in Adobe Lightroom Classic ideale RAW-Dateien für das Panorama-Stitching, die die reale Lichtstimmung perfekt wiedergeben.

Mein Kamera-Equipment auf dieser Tour:
Kamera: Vollformat-Spiegelreflexkamera
Objektive: Weitwinkelzoom (16–35mm f/2.8 bzw. f/4) für Panoramen und Gewässer sowie ein Standardzoom (24–70mm)
Bildformat: RAW-Format (für maximalen Dynamikumfang in Schatten und hellem Himmel)
Stativ & Zubehör: Stabiles Stativ mit Nodalpunktadapter (unerlässlich für fehlerfreies Stitching im Nahbereich)
Filter: Polfilter (gezielt zur Steuerung der Wasserreflexionen)
Software: Adobe Lightroom Classic (RAW-Entwicklung & Stitching), Adobe Photoshop
Sicherheit im Rucksack: Smartphone, Ersatzakkus (Kälte entlädt Akkus rasch!), Ersatz-Speicherkarten, Powerbank und Ladekabel
5. Jetzt bist du dran! 💬
Bist du schon einmal in den Abendstunden in den Bergen unterwegs gewesen, um das perfekte Licht einzufangen? Oder hast du die Trögseen im Ellmautal selbst schon besucht?
Schreib mir deine Erfahrungen oder Fragen zur Panoramafotografie gerne in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit dir!







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