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Wenn Steine schwitzen: Dieses alpine Wetterzeichen musst Du kennen

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Du bist auf einer ausgedehnten Bergwanderung in den österreichischen Alpen unterwegs. Der Himmel ist blau, die Sonne wärmt den Fels, doch plötzlich bemerkst Du etwas Seltsames: Die großen Kalksteinblöcke am Wegrand wirken dunkel, feucht und glänzen im Licht. Es sieht fast so aus, als ob sie schwitzen würden. Ein Trugschluss? Keineswegs. Das Phänomen der „schwitzenden Steine“ ist unter Bergsteigern und Hirten seit Jahrhunderten bekannt – und ein verlässliches Warnsignal der Natur.

Die wissenschaftliche Erklärung: Warum „schwindelt“ der Fels nicht?

Natürlich besitzen Steine keine Schweißdrüsen. Was hier passiert, ist ein rein physikalischer Vorgang, genauer gesagt: Kondensation. Damit Steine zu schwitzen beginnen, müssen drei meteorologische Faktoren exakt zusammenspielen:


  1. Die Vorgeschichte: Es gab eine längere Kälteperiode oder eine kühle Nacht, wodurch die massiven Felsblöcke tiefgehend abgekühlt sind. Stein speichert Kälte extrem lange.

  2. Der Umschwung: Eine neue Wetterfront zieht auf. Diese bringt warme, aber vor allem extrem feuchte Luftmassen (meist aus dem Südwesten oder Westen) in die Bergwelt.

  3. Der Taupunkt: Wenn diese warme, feuchte Luft auf den eiskalten Stein trifft, kühlt sie schlagartig ab. Da kalte Luft deutlich weniger Feuchtigkeit speichern kann als warme, schlägt sich das überschüssige Wasser als feiner Nebel und Wassertropfen direkt auf der Oberfläche des Steins nieder. Der Stein „schwitzt“.

Minimalistische Aquarell-Illustration von feuchten, glänzenden Alpensteinen mit feinen Wassertropfen auf weißem Hintergrund, die das Phänomen schwitzender Steine zeigt.

Die Bedeutung für Wanderer: Was verrät uns das Zeichen?

Wenn die Steine schwitzen, ist das in den meisten Fällen der Bote einer Warmfront, die oft ergiebigen Regen, Dunst oder Gewitter im Gepäck hat. Die Luftfeuchtigkeit in den Bergen ist bereits so hoch gesättigt, dass der Wetterumschwung meist nur noch wenige Stunden auf sich warten lässt.

Für Deine Tourenplanung bedeutet das: Behalte den Himmel im Auge! Wenn sich zu den schwitzenden Steinen auch noch erste Schleierwolken (Cirren) gesellen oder der Wind auffrischt, solltest Du überlegen, die Tour abzukürzen oder zeitnah eine Schutzhütte anzusteuern.


„Dass das richtige Lesen alpiner Wetterzeichen der Schlüssel für trockene Touren und dramatische Lichtkegel ist, habe ich erst kürzlich wieder an den Goldlacken erlebt – mehr dazu in meinem Beitrag über die Alpine Wetterküche.“


Praxis-Tipp für den nächsten Bergurlaub

Achte besonders auf freistehende, schattige Felsblöcke oder Steine in Bodennähe. Sie reagieren am empfindlichsten auf den Feuchtigkeitswechsel. Wenn Du das nächste Mal im Toten Gebirge, den Karawanken oder den Hohen Tauern unterwegs bist, streiche ruhig mit der Hand über den Fels – die Natur gibt Dir ihren Wetterbericht oft ganz ohne Smartphone-Empfang.



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